Da müssen Sie einfach hin...
In der Schwabenlandhalle in Fellbach veranstaltet die Villa Lindenfels den Kongress anlässlich des 20-jährigen Bestehens.
In der Gesellschaft klafft eine Schere, was die Teilhabe an sozialen Ressourcen betrifft. Dass diese immer weiter aufgeht ist ein offenes Geheimnis – und es hat Folgen. An beiden Rändern der Gesellschaft erleben wir Gewalt. Zeigt sich einerseits eine erhöhte und sichtbare, wahrgenommene Gewaltbereitschaft bei denen, die nicht mehr an der Gesellschaft in ausreichendem Maße teilhaben, die sich ausgegrenzt materiell und / oder sozial erleben, so gibt es auch am anderen Ende des Spektrum Gewalt. Auf dieser Seite zeigt sie sich als Schattenwelt, unsichtbar, kaum medial präsent – gleichsam als Gewalt derer, die es sich leisten können, die sich Rechte einräumen, die sich als nicht mehr an gesellschaftliche Normen gebunden sehen.
Zwischen beiden erleben wir die ganz alltägliche Gewalt in den Medien. Gewalt auf Handys herunterladbar, in Filmen konsumierbar, präsent als Produkt, das sich konsumieren lässt, zum Beispiel in Form von Killerspielen.
Innerhalb des 3-tägigen Kongresses wollen wir mit vielen verschiedenen Vorträgen von Fachleuten aus Therapie Justiz, Forensik, Opfern extremer Gewalt und anderen Gästen, versuchen einen Beitrag zu leisten zu Denkansätzen, wie der Gewalt begegnet werden kann. Gewalt hat viele Gesichter – und es ist uns ein Anliegen, dass diesen mit Antworten begegnet werden kann und innerhalb einer Gesellschaft mehr geschieht als nur ein nüchternes konstatieren, Gewalt habe es zu allen Zeiten und in allen Gesellschaften gegeben.
Bitte beachten Sie auch unsere Beilage zum Kongress
Es haben zugesagt:
RA Larry Atler:
Als Ehemann von Marilyn Van Derbur berichtet der Rechtsanwalt aus der Sicht der Angehörigen, über hilfreiche und unterstützende Wege, Irrwege...
Dr. Marie-Luise Conen:
Als Wegbereiterin der AFT (Aufsuchender Familientherapie) hat Frau Dr. Conen Konzepte erarbeitet, sich auch Familien mit hohem Gewaltpotenzial respektvoll zu nähern. Sie wird sich u.A. mit der Frage auseinandersetzen, wie sich die Zunahme der Jugendgewalt und der Gewalt in den Medien auf die Arbeit auswirkt.
Marilyn Van Derbur:
Das großartige Buch Van Derburs "Miss America by Day" (jetzt auch auf Deutsch im Asanger Verlag erhältlich) beschreibt den erfolgreichen Überlebenskampf als Opfer sexueller Gewalt vom 5.ten bis zum 18.ten Lebensjahr. Van Derbur ist zum ersten Mal in Deutschland und eine mitreißende Rednerin, die ihre eigene Geschichte nutzt, um Prävention und Schutz zu ermöglichen.
Dr. Katharina Drexler:
Dr. Katharina Drexler befasst sich als Fachärztin für Psychotherapie und Psychosomatik mit der Frage generationsübergreifender, praktisch "vererbter" Traumata und ihrer Bewältigung.
Prof. Dr. Jennifer Freyd:
In ihrer Arbeit als Psychologieprofessorin hat sich Prof. Freyd intensiv mit der Frage befasst, warum uns der Missbrauch von nahestehenden Menschen geradezu in die Dissoziation zwingt. Welche Mechanismen werden wirksam, wenn Traumaerfahrungen nicht integrierbar sind? Das Buch "Betrayal Trauma" hat leider noch keine deutsche Übersetzung.
Werner Haas:
Intensiv befasst mit der missbräuchlichen Verwendung des Konzeptes der transgenerationalen Weitergabe von Mustern und Strukturen hat sich Werner Haas. In seinem Buch "Das Hellinger-Virus" setzt er sich mit Merkmalen destruktiver Kulte auseinander.
RA Jörg Hafner:
Vorsitzender des weißen Rings in Stuttgart und engagierter Opferanwalt, ist das Thema Gewalt sein täglich Brot. Aus der Fülle seiner Erfahrungen als Anwalt wird er einen kleinen Einblick geben.
Dr. Richard Kluft:
Seine Publikationen zu benennen, wäre eine Überforderung an dieser Stelle. Er ist einer der profiliertesten Behandler dissoziativer Störungen weltweit und ein humorvoller Redner. Trotz des schwierigen Themas sind seine Präsentationen kurzweilig.
Dr. Ellert Nijenhuis:
Er ist einer der erfahrensten Praktiker und Forscher auf dem Gebiet der dissoziativen Störungen. Er hat zusammen mit van der Hart und Steele das Buch "Das Verfolgte Selbst" herausgegeben, das ein Metakonzept zur Dissoziation beschreibt. Trotz der Komplexität der theoretischen Modelle, gelingt es Nijenhuis, dies auch für Praktiker verstehbar und umsetzbar zu gestalten.
Prof. Dr. med. Luise Reddemann:
Frau Dr. Reddemann hat sich insbesondere für die Verbreitung und Entwicklung von imaginativen Techniken im Einsatz bei schwer traumatisierten Klienten eingesetzt. Sie entwickelte imaginative Techniken zur Stabilisierung und Traumakonfrontation, die heute als Standard der Traumabehandlung gelten. Das Interview " Überlebenskunst" mit dem Ehepaar Atler / Van Derbur wird von ihr moderiert.
Dr. Frank Robertz:
Kriminologe und Experte zu Themen der Jugendgewalt wie z. B. Schul-Shooting. Er befasst sich intensiv mit der Frage der Prävention von Gewalt und dem Erkennen von Warnzeichen und jugendlichen Gewaltphantasien.
Dr. Werner Tschan:
In "Missbrauchtes Vertrauen" setzt er sich auseinander mit Übergriffen, die von Respekts-, Vertrauenspersonen und Würdenträgern an Schutzbefohlenen begangen werden. Dabei verdeutlicht er das Ausmaß das Phänomens ebenso, wie die mitunter bagatellisierenden Einlassungen zu den Folgen für die Betroffenen.
Irina Vogt:
In ihrer Sozialisation im Osten ist Irina Vogt als niedergelassene Psychotherapeutin konfrontiert mit organisierter staatlicher Gewalt durch die Stasi. Sie beleuchtet die Ähnlichkeiten, die sich diesseits und jenseits der Grenze bei dieser Form der Gewalt finden.
Vor-Anmeldungen sind ab sofort bereits möglich! Die Platzzahl ist beschränkt. Am ersten Tag und vormittags sind Plenumsvorträge vorgesehen, die simultan gedolmetscht werden bei englischen Referenten – nachmittags am Samstag und Sonntag sind parallele Workshops, soweit erforderlich mit Simultandolmetschung. Unser Ziel ist eine Mischung systemischer und traumatherapeutischer Beiträge zum Thema Gewalt. Wir legen hierbei den größten Wert auf den Praxisbezug.
Termine
| Kongress | Freitag | 13. April 2012 | 12.00 bis 19.00 Uhr |
| Samstag | 14. April 2012 | 9.00 bis 18.00 Uhr | |
| Sonntag | 15. April 2012 | 9.00 bis 17.00 Uhr |
Der Kongress ist nur als Gesamtpaket buchbar.
Punkte der LPK werden beantragt. 28 FE sind beinhaltet.
Kongress-Flyer und Anmeldeformular zum ausdrucken !!!
Frühbucherpreis bis 30. November 2011:
390.- € für Teilnehmer der Villa Lindenfels
420.- € für externe Teilnehmer
Regulärer Kongresspreis ab 1. Dezember 2011:
420.- € für Teilnehmer der Villa Lindenfels
450.- € für externe Teilnehmer
Unter den ersten 150 Voranmeldungen werden fünf freie Kongressteilnahmen verlost. Im Kongresspreis ist die Verpflegung während der Veranstaltung enthalten. Frühbucher werden bei der späteren Workshoppräferenz bevorzugt.
Die Schwabenlandhalle ist gut mit öffentlichen Verkehrsmitteln zu erreichen und verfügt über ausreichende Parkplätze in der näheren Umgebung.