KST - Komplex-systemische Traumatherapie

Anerkannt von der DAPT und DeGPT – Punkte von der LPK

Gliederung (das Curriculums)

(1 FE = 45 Minuten)

Infoabend (optional)

2-jährige Fortbildung

(28 Tage /250 FE)
zuzüglich:
50 FE Supervision
50 FE Intervision
50 FE Literaturdokumentation
100 FE Falldokumentation

Gesamtumfang der Ausbildung in zwei Jahren: 500 FE für die gesamte Fortbildung

Zielgruppe

Diese Fortbildung richtet sich an Therapeuten, die bereits über eine abgeschlossene psychotherapeutische Fortbildung verfügen. Sie richtet sich ausdrücklich an Praxisprofis, die mit dieser Klientel praktisch therapeutisch arbeiten.
Die Vermittlung von Traumatherapie fordert uns zur Begegnung mit vielfältigen Traumata anderer Menschen.
Interessenten sollten für sich prüfen, dass ihre eigene psychische derzeitige Stabilität ausreichend ist, um nicht in der Fortbildung beständig getriggert zu werden. Auch für diese Fortbildung gilt, dass sie keine notwendige Therapie ersetzen kann.

Inhalte

Ziel ist die Erweiterung von Kenntnissen in der Arbeit mit einfach- aber auch mehrfach- und komplextraumatisierten Menschen. Hierbei wird besonderer Wert gelegt auf die Vermittlung von Basiswissen in Diagnostik und Neurobiologie, sowie der Verbreiterung der Handlungskompetenzen bezüglich Stabilisierungs-, Containementtechniken und der Arbeit mit dissoziativen Systemen. Einen weiteren Schwerpunkt stellt die Behandlung von akuten Traumafolgen und chronifizierten Traumafolgestörungen dar.

Grundlagenwissen zu Trauma
• Geschichte der Psychotraumatologie
• Pierre Janet und andere Forscher der ersten Stunde
• Forschungsansätze innerhalb der Psychotraumatologie
• False-memory Diskussion
• Traumatherapie als Vernetzung von multiplen Diensten und Hilfsangeboten
• Leitlinien der Traumabehandlung

Biologische Grundlagen des Traumas
• Geschichte der Neurobiologie
• Genetik und Epigenetik
• Entwicklungsstadien des Gehirns
• Trauma und Gedächtnis
• Veränderungen im Gehirn unter Traumatisierung
• Zustandsabhängige Erinnerungen
• Dissoziative Phänomene, wie z.B. Psychogene Lähmungen, Amnesien
• Körpererinnerungen versus kognitive Erinnerungen
• van der Kolk: Traumamodelle
• Medikation, Berücksichtigung von dissoziativen States und Komorbiditäten
• Die Bedeutung der Spiegelneuronen

Symptomatiken und ihre Diagnostik
• Hinweise auf Traumatisierung im Prozess der Therapie
• Einsatz diagnostischer Instrumente : für PTSD, für komplexe Traumatisierung
• Diagnostik für dissoziative Phänomene: FDS, SCID D, Mini-SCID
• Fragebögen für somatoforme Dissoziation

Notfallhilfe und Akkuttrauma
• Suizidverträge
• Umgang mit Selbstverletzung
• Grounding Techniken
• Dissoziationsstopp
• Beendigung von Fremdgefährdung
• Debriefing
• CISM
• Leitlinien und Verhaltenssünden

Langfristige Strategien in der Bewältigung von Traumatisierung
• Strategische Therapieplanung und Therapieverträge
• Aufbau von Helfernetzen
• punktuelle Täterkonfrontation
• Partner- und Angehörigenarbeit

Stabilisierungstechniken / Distanzierungstechniken und Affektregulation, Skills-Training für Traumapatienten
• PITT-Techniken zur Stabilisierung
• Aufmerksamkeitsfokussierung
• Arbeit auf der inneren Bühne
• Arbeit mit dem inneren Kind
• Innerer sicherer Ort
• Lichtsstrahltechnik
• verschiedene Imaginationstechniken
• Ressourceninstallation in verschiedenen Verfahren (EMDR; Gestalt, Systemisch)
• 5-4-3-2-1- Technik
• PMR nach Jacobson

Sowie verschiedene Techniken der Traumakonfrontation, u.a.:
• PITT
• EMDR
• Bildschirmtechnik in der Konfrontation
• fraktionierte Verarbeitung
• Traumasynthese

Dissoziative Patientinnen und Patienten
• Besonderheiten im Einsatz verschiedener Verfahren
• Integration und Dissoziation
• Erstellung innerer Landkarten
• Verträge in Systemen
• Strukturelle Dissoziation

Indikation und Kontraindikationen für verschiedene Verfahren
• Erhalt der Eigenständigkeit von Klienten
• Überlebensfähigkeit und Stabilität erhalten
• Trauma und Psychose

Die Gesundheit der Helfer
• Wie bleibt man einfühlsam, ohne sich zu überfordern ?
• Was hilft im Aushalten der Mitteilung extremer Lebensereignisse ?
• Stabilisierung und Distanzierung für Helfer
• Burn-out Prophylaxe

Juristische Aspekte des Traumas
• Stellung der Opfer im Verfahren
• Opferschutz und Opferhilfe
• OEG, Landesstiftung Opferschutz…
• Organisierte Gewalt / Besonderheiten der juristischen Bewältigung
• Der Weiße Ring
• Polizeiliche Befragungen, Begutachtungen und Glaubhaftigkeitsfragen bei traumatisierten Menschen nach Folter und extremer Gewalt
• Bes. Probleme bei Migrationshintergrund

Durchführung

Innerhalb der Seminare findet die dargestellte Theorie immer wieder die praktische Anwendung innerhalb von Übungen und Rollenspielen und Videoauswertungen.
Supervisionstermine werden mit den Teilnehmerinnen und Teilnehmern extra vereinbart.
In der Regel sind dies halbe oder ganze Tage, je nach Kleingruppe.

Intervision:
Die Teilnehmer treffen sich in kleinen Gruppen zu 50 Stunden kollegialer Supervision über die laufenden Veranstaltungskurse während der 2 Jahre.

Falldokumentation:
Für die Fortbildung sind insgesamt 6 Fälle ausführlich zu dokumentieren. 100 FE sind hier insgesamt zu dokumentieren.

Literaturdokumentation:

Aus einer umfänglichen Literaturliste, oder aber auch nach persönlichem Interesse der Teilnehmer ist insgesamt im Umfang von 50 FE das Literaturstudium zu dokumentieren.

Abschlusskolloquium:

Grundlage des Abschlusskolloquiums bilden die eingereichten und dokumentierten Fälle. Dabei sind die verwendeten diagnostischen Verfahren mit ihren Ergebnissen zu beschreiben, sowie die angewandten Techniken der Intervention und Therapiemethodik. Die Falldarstellung endet mit Prognose, Ausblick und abschließender Bewertung der eigenen Arbeit, sowie der Diskussion.

Seminarzeiten

2tägige Seminare

1. Tag 10.00 bis 18.00 Uhr
2. Tag 9.30 bis 17.00 Uhr

Seminartag

KST4 10.00 bis 16.00 Uhr

Termine 2013

KST1 Freitag 1. Februar 2013 Samstag 21. Februar 2013 2 Tage
KST2 Freitag 26. April 2013 Samstag 27. April 2013 2 Tage
KST3 Freitag 7. Juni 2013 Samstag 8. Juni 2013 2 Tage
KST4 Sonntag 9. Juni 2013     1 Tage
KST5 Freitag 12. Juli 2013 Samstag 13. Juli2013 2 Tage
KST6 Freitag 4. Oktober 2013 Samstag 5. Oktober 2013 2 Tage
KST7 Freitag 8. November 2013 Samstag 9. November 2013 2 Tage
KST8 Montag 9. Dezember 2013 Dienstag 10. Dezember 2013 2 Tage

2012 folgen weitere 6 Fortbildungstermine (inklusive Kongressteilnahme) und das Abschlusskolloquium.
Die Supervisionsgruppen werden nach den ersten Seminaren mit den Teilnehmern vereinbart.

Kosten:

24 Monatsraten á 170.- € = 4080.- €

-> Anmeldeunterlagen zum ausdrucken

Teilnehmer, die bereits im Vorfeld Seminare gebucht haben, die innerhalb der KST angeboten werden, erhalten eine entsprechende Kostenreduktion.

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